GÖD: Irreführende Darstellung der Einkommenstrends in den Medien

Utl.: Erläuterungen zur Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst

Wien (OTS) – Die wesentlichen Aussagen des am 19. Dezember 2012 veröffentlichten Einkommensberichtes 2012 des Rechnungshofes (RH) wurde von vielen Medien in irreführenderweise verkürzt wiedergegeben. Die GÖD stellt daher die folgenden Feststellungen des RH der Öffentlichkeit auf diesem Wege zur Verfügung (Zitate entnommen aus Einkommensbericht 2012-Kurzfassung):

– „BeamtInnen sind überdurchschnittlich häufig AkademikerInnen, sind im Schnitt deutlich älter als die anderen Beschäftigungsgruppen, stehen deutlich seltener in einem Teilzeitbeschäftigungsverhältnis, der Anteil der nicht ganzjährig Beschäftigten unter ihnen ist kleiner“. (Seite 3)

– „Frauen-Männer: Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte im öffentlichen Dienst bieten geringere Differenzen: Bei BeamtInnen verdienen Frauen gleich viel wie ihre männlichen Kollegen, bei Vertragsbediensteten 93% des mittleren Männereinkommens; in der Privatwirtschaft sind größere Einkommensdifferenzen zu konstatieren: weibliche Angestellte verdienen 66%, weibliche ArbeiterInnen 69% des mittleren Männereinkommens“ (Seite 4)

– „Weiters ist mit ausschlaggebend: die höhere AkademikerInnenquote, die Altersstruktur (Durchschnittsalter Beamte ist 12 Jahre höher als Angestellte), der niedrigere Anteil an Teilzeit- und nicht ganzjähriger Beschäftigung“. (Seite 6)

– „Seit 2002 melden die ÖBB keine Bediensteten mehr als BeamtInnen. Der Rückgang der Zahl der BeamtInnen um rund 50.000 Personen von 2001 auf 2002 ist zu einem großen Teil darauf zurückzuführen. Das Wegfallen einer so großen Gruppe, mit einem im Vergleich zu anderen BeamtInnen unterdurchschnittlichen Einkommen, hat in der Einkommensentwicklung zu einem überdurchschnittlichen Anstieg des Medianeinkommens der BeamtInnen geführt“.(Seite 17)

– „Begründung (zum Anstieg des Medianeinkommens bei BeamtInnen. Anm. der GÖD): (1) Ein wesentlicher Teil des Gesamtanstiegs im Jahr 2002 (+6,91%) ist auf die Umklassifizierung der ÖBB-Bediensteten zurückzuführen.

(2) Rückgang der Pragmatisierungen bewirkt Anstieg des Gruppenmittelwertes (die noch verbleibenden BeamtInnen haben durch die gesetzlichen Gehaltsvorrückungen einen Einkommenszuwachs, der nicht im selben Ausmaß durch neu hinzukommende geringe Einkommen ausgeglichen wird, daraus resultiert ein stärkerer Anstieg des Gruppenmittelwertes); dies lässt sich auch am Durchschnittsalter ablesen: Dieses betrug 1998 für die BeamtInnen 42 Jahre und erhöhte sich 2011 auf 49 Jahre, während das Durchschnittsalter der Angestellten nach wie vor bei 38 Jahren liegt“ (Seite 19)

~ Rückfragehinweis: Gewerkschaft Öffentlicher Dienst,

Öffentlichkeitsarbeit
Otto Aiglsperger
1010 Wien, Teinfaltstr. 7
Tel.: 0664/614 52 80
www.goed.at ~
OTS0126 2012-12-21/12:00

211200 Dez 12

Advertisements