Verteidigungsminister Darabos stößt mit Umbauplan auf große Skepsis bei Heeresgewerkschaft. Das Konzept sieht vor, dass die Bettenabteilungen in den Militärspitälern weitgehend geschlossen werden.

Die Bundesheergewerkschaft fährt mit schwerem Geschütz gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) und dessen Vorhaben zur Neugestaltung des Heeressanitätswesens und der Militärspitäler auf. Das gehe „in eine Richtung, die die Versorgungssicherheit infrage stellt“, warnt der zuständige Organisationsreferent in der Heeresgewerkschaft, Christian Nemetz, im Gespräch mit der „Presse“. Schließlich sei das Personal bei den Sanitätszügen der Bataillone bereits massiv verringert worden.

Das Konzept, für das der Verteidigungsminister schon grünes Licht gegeben hat, sieht vor, dass die Bettenabteilungen in den Militärspitälern weitgehend geschlossen werden (eine geringe Restanzahl soll für Notfälle erhalten bleiben). Außerdem sollen bis zu 300 Bedienstete aus dem Personal in zivile Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen übersiedeln.

Nemetz befürchtet, dass dieser „gravierende Einschnitt“ zu einer „Totgeburt“ führen werde: Das Heer werde zur Aufrechterhaltung der Struktur den notwendigen Nachwuchs nicht mehr bekommen. Darabos hat, wie berichtet, mit den Plänen für die Zusammenführung zu einer Sanitätsanstalt sowie künftig drei Feldambulanzen statt des bisherigen Heeresspitals in Wien-Stammersdorf und der beiden Militärspitäler in Graz und Innsbruck auf Kritik des Rechnungshofs reagiert.

Es werde einerseits nicht so leicht sein, den Heeresbeamten im Sanitätsbereich abzubauen, so Nemetz. Andererseits gehe man mit dem zivilen Personal, etwa Krankenschwestern, „erbärmlich“ um.

(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 18.07.2012)

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