ÖGB-Achitz: Leitl weiß, dass Überstundenreduktion Arbeitsplätze schafft

Utl.: Überstunden müssen für die Arbeitgeber teurer werden

Wien (OTS/ÖGB) – „Kürzere Arbeitszeiten bedeuten mehr Jobs. Das weiß auch WKÖ-Präsident Christoph Leitl, wenn er sagt, dass die Kurzarbeitsregelungen zu einem ‚kleinen Jobwunder‘ geführt haben. Die logische Folgerung ist, dass die Arbeitszeit dauerhaft verkürzt werden muss, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Am Anfang muss der Abbau von Überstunden stehen“, fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB.++++

Auch Konrad Pesendorfer von der Statistik Austria hat kürzlich in einem ORF-Interview gesagt: „Es gibt Studien, die sagen, dass in etwa ein Drittel der reduzierten Überstunden dann in neue Jobs fließen würden.“

„Wenn man die Überstunden reduzieren will, muss man sie für den Arbeitgeber weniger attraktiv machen – also teurer. Die Einnahmen aus einer zu schaffenden Überstundenabgabe sollen in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und ins Gesundheitssystem fließen, also dorthin, wo zu viele Überstunden hohe Kosten verursachen“, so Achitz.

2009 wurden in Österreich insgesamt 314 Millionen Überstunden geleistet, viele davon haben die ArbeitnehmerInnen nicht einmal bezahlt bekommen. Die ArbeitnehmerInnen hierzulande machen im Durchschnitt 8,2 Überstunden pro Woche, also um einen ganzen Arbeitstag mehr als vorgesehen. Die Hälfte der ÖsterreicherInnen ist laut einer ÖGB-SORA-Befragung für die Reduktion der Überstunden.

Die Industrie hingegen scheint nicht ernsthaft an einem Abbau der Überstunden interessiert zu sein, sondern nur an der Senkung ihrer Kosten – auf Kosten der ArbeitnehmerInnen, die unter dem vorgeschobenen Motto „Flexibilisierung“ noch mehr arbeiten sollen als bisher. „Und das, ohne dafür Überstundenzuschläge zu bekommen – ein Rückschritt in den Frühkapitalismus“, so Achitz.

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OTS0313 2010-09-22/13:55
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