Utl.: Betriebliche Gesundheitsförderung verhindert chronische Krankheiten – und spart Leid und Geld

Wien (OTS/ÖGB) – „Arbeit wirkt sich stark auf die Gesundheit aus. Vor allem Rückenbeschwerden und psychische Probleme gehen oft vom Arbeitsplatz aus, oder sie werden durch die Arbeit verstärkt. Deshalb muss auch die Prävention am Arbeitsplatz ansetzen“, sagte Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, „die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers muss viel weiter gehen als bisher. Nur so können teure chronische Krankheiten verhindert werden, oder es wird zumindest ermöglicht, damit zu arbeiten.“ Der ÖGB fordert ein Präventions- und Gesundheitsförderungsgesetz, das die Unternehmen in die Pflicht nimmt.++++

Derzeit gibt es betriebliche Gesundheitsförderung nur in einigen Vorzeigebetrieben. „Daher wissen wir, dass die Präventionswirkung ausgezeichnet ist. Investitionen in diesem Bereich rechnen sich auch für die Arbeitgeber, aber trotzdem ist die Bereitschaft der Unternehmen kaum vorhanden“, kritisierte Achitz. Bis zu 50 Prozent der Krankenstände gehen auf Belastungen am Arbeitsplatz zurück.

Schon bei Kindern muss man in den Schulen Bewusstsein für ein gesünderes Leben schaffen. „Aber am wichtigsten ist die Prävention in den Betrieben, denn am Arbeitsplatz kommt man an sehr viele Menschen heran, besonders auch an diejenigen, an denen sonstige Informations- und Aufklärungsarbeit vorbei geht“, sagte Achitz. Beschäftigte, die wenig verdienen, haben ein deutlich größeres Krankheitsrisiko, ebenso Menschen mit geringerer Ausbildung. Achitz: „Und die erreicht man nicht mit Infomaterial und Kampagnen, sondern nur mit Gesundheits-Maßnahmen in den Betrieben.“

Der ÖGB fordert:

+ eine umfassende Umsetzung von „Betrieblicher Gesundheitsförderung“. Nicht nur die ArbeitnehmerInnen in großen Betrieben sollen davon profitieren, sondern auch jene in Klein- und Mittelbetrieben.

+ Die betriebliche Gesundheitsförderung muss im ArbeitnehmerInnen- und Bedienstetenschutzgesetz als Aufgabe der Präventivfachkräfte verankert werden. Über Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen sollen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erzwingbar durchgesetzt werden können.

+ Die Liste der Berufskrankheiten muss erweitert und aktualisiert werden, vor allem was psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats betrifft.

Rückfragehinweis:

~ ÖGB Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
(01)53 444-39 264
florian.kraeftner@oegb.at
http://www.fairteilen.at
http://www.facebook.at/fairteilen ~

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS – WWW.OTS.AT ***

OTS0050 2010-08-25/09:54
250954 Aug 10

Advertisements